Mit ‘Parlament’ getaggte Artikel

Interview: “Dieser Bundesrat ist ein Risiko für unser Land”

Dienstag, 08. Juni 2010

Bundesrat Merz steht seit Wochen in der Kritik. Nun will der Bundesrat rasch auf die Kritik reagieren, die die Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) am Verhalten der Regierung im Zusammenhang mit der UBS-Affäre übt. news.ch hat sich mit SVP-Nationalrat Lukas Reimann über den GPK-Bericht, die Amtshilfe-Problematik und die Tragbarkeit der Schweizer Regierung unterhalten.

news.ch: Im GPK-Bericht zur UBS wird ein düsteres Bild von der Rolle des Bundesrates gezeichnet: Ist diese Regierungsform überhaupt noch in der Lage, mit sich rasant entwickelnden Krisen fertig zu werden?

Lukas Reimann: Tatsächlich ist der heutige Bundesrat nicht in der Lage, die Schweiz so zu führen, wie es von einer fähigen Exekutive zu erwarten ist. Der Bericht zeigt das Versagen der zuständigen Departementsvorsteher sowie die Unfähigkeit des Gesamtbundesrates zur Bewältigung der Krise auf. Schockierend ist die Tatsache, dass das Geschäft offenbar während Monaten kaum geführt wurde, und dass wichtige Entscheide des Bundesrates und deren Entstehung nicht dokumentiert wurden.

news.ch:Bundesrat Merz habe ausserdem vor seinen Regierungskollegen relevante Informationen aus Angst vor Indiskretionen verheimlicht – ist ein Bundesrat in dem Misstrauen herrscht, überhaupt regierungsfähig?

Lukas Reimann: Tatsächlich gibt es immer wieder Indiskretionen aus dem Bundesrat. Von Kollegialität und Teamwork ist nichts zu spüren. Christoph Blocher wurde abgewählt mit der Begründung, er schade der Kollegialität und Zusammenarbeit der Bundesräte. Seit seiner Abwahl hat sich die Situation aber massiv verschärft. Der heutige Bundesrat stellt in diesem Zustand ein grosses Risiko für die Stabilität und Zukunft unseres Landes dar.

news.ch: Bundesrat Merz wird auch in der Amtshilfe-Problematik scharf für seine Führungsschwäche und Informationspolitik kritisiert. Ist dieser Mann in der Schweizer Regierung noch tragbar?

Lukas Reimann: Bei verschiedenen Bundesrätinnen und Bundesräten stellt sich die Frage nach der Tragbarkeit. Frischer Wind und neue Ideen würden dem Gremium auf alle Fälle gut tun und hoffentlich wieder Kraft und Motivation verleihen, um für die Zukunft der Schweiz erfolgreich zu arbeiten.

«Im Bundesrat sitzen oft profillose Taktierer»

news.ch: Laut GPK-Bericht hat es an den elementarsten Mitteln der Teamarbeit im Bundesrat gemangelt. Woran liegt es, dass der Bundesrat scheinbar innerlich so zerrissen ist, dass er nach aussen nicht mehr effektiv handeln kann?

Lukas Reimann: Primär ist es ein personelles Problem. Nicht die stärksten und kompetentesten Persönlichkeiten sind im Bundesrat, sondern oft profillose Taktierer, welche im Parlament geschickt Allianzen schmiedeten. Hier stellt sich die Frage nach dem Wahlmodus des Bundesrates. Eine Volkswahl bringt eine Entschärfung der Probleme und stärkt den Bundesrat über die direkte Legitimation durch das Volk.

news.ch: Liest man im GPK-Bericht, wie es zur Übergabe der Bankkundendaten kam, kann man sich des Eindrucks kaum erwehren, dass die Schweiz hier zwischen der UBS und den USA in einer fast unlösbare Klemme gebracht wurde. Wie lassen sich solche Desaster in Zukunft vermeiden?

Lukas Reimann: Die Schweiz ist weder den USA noch der UBS verpflichtet, sondern ihren Bürgern, der Bundesverfassung und dem Rechtsstaat. Deshalb ist das US-UBS-Amtshilfeabkommen abzulehnen. Die «too-big-to-fail»-Problematik der Grossbanken muss aber rasch angegangen werden, damit die Schweiz unabhängiger handeln kann und nicht indirekt erpressbar wird.

«Kleinstaaten überstehen Krisen viel besser»

news.ch: Die USA haben ohne Respekt für unsere Rechtsordnung einseitig Druck aufgebaut – haben Kleinstaaten überhaupt noch eine Chance, sich in der heutigen Welt gegen Grossmächte durch zu setzten?

Lukas Reimann: Ja! In der Krise zeigt sich sehr eindrücklich, dass Kleinstaaten die Krise viel besser überstehen und eine höhere Flexibilität in ihren Handlungen aufweisen. Insbesondere unsere Nicht-Mitgliedschaft in der EU und beim Euro hat uns vor weiterem Unheil bewahrt. Um sich in der globalisierten Machtpolitik durchzusetzen, braucht es aber von der schweizerischen Behörden dringend mehr Selbstbewusstsein und Widerstandskraft. Wir sind nicht derart schwach, dass wir allen Forderungen aus dem Ausland gleich nachgeben müssen. Mit unserer Innovationskraft und einer freiheitlich-demokratischen Politik haben wir weiterhin gute Karten in der Hand, um eines der wohlhabendsten und attraktivsten Länder der Welt zu bleiben. Nur muss die Politik diese Karten auch spielen.

news.ch: Das ganze Problem sei erst durch den Rechtsbruch der UBS in den USA entstanden und wegen der immensen Bedeutung der UBS für die Schweiz war es nicht möglich, diesen Finanzkonzern einfach die rechtlichen Konsequenzen seines Handelns tragen zu lassen und wurde dadurch erpressbar. Gibt es Möglichkeiten, ein solches Desaster in der Zukunft zu vermeiden?

Lukas Reimann: Die Folgen für die UBS werden überschätzt. Trotzdem: Es braucht Massnahmen. Präventiv wirkt die empfohlene Erhöhung der Anforderungen in den Bereichen Eigenmittel, Liquidität und Risikoverteilung. Dies ist das zentrale Element zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz einer systemrelevanten Bank. Da eine Verschärfung der Krise nicht ausgeschlossen werden kann, sind aber auch schadensbegrenzende Massnahmen nötig. In diesem Bereich sind Eingriffe in die Organisation, wie Struktur, Führung, Kontrolle sowie konzerninterne Liquiditäts- und Kapitalflüsse zu prüfen, welche zur Weiterführung von systemrelevanten Funktionen im Falle einer Insolvenz der Bank notwendig sind.

news.ch: Der Gesamt-Bundesrat verzichtete auf Drängen von Bundesrat Merz auf das Führen von Protokollen in der Sache UBS. Ist dies in einer Demokratie tolerierbar?

Lukas Reimann: Ganz klar Nein – das ist nicht tragbar, dubios und macht misstrauisch. Es stellt sich die Frage, was hier verheimlicht werden musste.

«Tragweite der Ereignisse erfordert zwingend eine PUK»

news.ch: Wie stehen Sie dazu, dass es sehr wahrscheinlich keine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) zu der Angelegenheit geben wird?

Lukas Reimann: Hier wird gezielt vertuscht und Transparenz verhindert! Im Bericht fehlen wichtige Abklärungen. So werden beispielsweise die Umstände, welche zur widerrechtlichen Herausgabe von 285 UBS-Kundendaten an die USA im Februar 2009 sowie zum Abschluss des verhängnisvollen Staatsvertrages Schweiz/USA im August 2009 geführt haben, nur ungenügend ausgeleuchtet. Im Weiteren sind verschiedene Schnittstellenbereiche nur oberflächlich behandelt. Es handelt sich um rechtsstaatlich äusserst gravierende Vorgänge, die lückenlos aufzuarbeiten sind. Dies kann nur eine PUK mit den ihr zur Verfügung stehenden umfassenden Instrumenten gewährleisten. Die Tragweite der Ereignisse erfordert deshalb zwingend die Einsetzung einer PUK.

news.ch: Welche Lehren müssen Ihrer Meinung nach aus der Krise für die Schweiz gezogen werden?

Lukas Reimann: Die Schweiz muss sich auf ihre erfolgreichen Werte zurückbesinnen und ihr Führungsproblem, welches in der Landesregierung besteht, rasch lösen. Demokratie, Rechtssicherheit und Rechtsstaatlichkeit müssen wiederhergestellt werden.

Auch sollte sie ein Krisenmanagement vorbereiten, das alle möglichen Situation durchdenkt, um für alle möglichen Zukunftsszenarien gerüstet zu sein. Wichtig bleibt, das Land mit tiefen Steuern, wenig Regulierungen und einer tiefen Schuldenlast attraktiv zu halten. Auch muss unser Land selbstbewusster gegenüber dem Ausland auftreten und möglichst von anderen Staaten unabhängig bleiben. Die Unabhängigkeit könnte fiskal beispielsweise über eine hohe Golddeckung des Frankens als Absicherung, über den Rückzug des EU-Beitrittsgesuches und über einen Austritt aus dem IWF verstärkt werden.
Zum Interview

Pokern: Ein weiteres Verbot, welches die Schweiz nicht braucht

Freitag, 04. Juni 2010

Ein Verbot vom Pokerturnieren gefährdet über 1000 Arbeitsplätze und kriminalisiert über 100’000 Pokerspielerinnen und Pokerspieler in der Schweiz. Das ist völlig unverständlich. Das Bundesgerichtsurteil lässt viele Fragen offen. Gefordert wäre nun die Politik.  Es braucht einerseits sofort klare Regelungen für die Übergangsfristen (z.B. bis Ende Jahr sind Turniere in der bisherigen Form erlaubt) und andererseits braucht es rasch eine Gesetzesrevision, welche Pokerspielarten wie Texas hold’em als Geschicklichkeitsspiel festlegt. Eine Möglichkeit wäre es, mit der noch hängigen Motion zur Entkriminalisierung des privaten Pokerns eine Gesetztesrevision einzuleiten.
Verweise:
- Vorstoss im Parlament

- Blick-Artikel mit Online-Umfrage

- Online-Petition

- Interview auf 20Min-Online mit Betroffenen

- Artikel Tages-Anzeiger

SVP-Volksinitiative zur Ausschaffung krimineller Ausländer kommt vors Volk

Dienstag, 01. Juni 2010

Die SVP-Volksinitiative zur Ausschaffung krimineller Ausländer wurde im Nationalrat in einer mehrstündigen Debatte behandelt. Mit der Ausschaffungsinitiative können wir Ausländer, die in unserem Land schwere Verbrechen begehen, endlich konsequent ausweisen. So schaffen wir mehr Sicherheit für unsere Kinder, Frauen und Männer. Fazit der Ratsdebatte: Der Nationalrat lehnt die Initiative ab und stellt ihr einen abgeschwächten, untauglichen Gegenvorschlag gegenüber, aber er hat die Initiative für gültig erklärt und damit kommt sie vors Volk! Das ist das Wichtigste, denn die Bevölkerung dürfte der Initiative zustimmender gegenüberstehen als der Nationalrat.

Hier zwei aktuelle Videos dazu aus der Ratsdebatte:
http://www.lukas-reimann.ch/ger_details_600/Ausschaffungsinitiative_der_SVP_kommts_vors_Volk.html

Interview zur Halbzeit der Legislatur

Freitag, 30. Oktober 2009

Bei den Wahlen vor zwei Jahren ging die SVP als klar stärkste Partei hervor. In mehreren Kantonen konnte sie inzwischen die Wahlen gewinnen. Einer der Partei-Exponenten der SVP ist der junge Lukas Reimann. Im Interview mit Radio DRS4 erklärt er sich zufrieden mit dem bisher Erreichten. Er gibt sich auch überzeugt, dass die SVP über hochmotivierte Mitgliedersektionen verfüge und damit gestärkt in die Zukunft blicken könne.
Die Abspaltung der BDP habe nicht dazu geführt, dass die SVP nun gemässigter politisiere, um nicht zu viele Stimmen an die BDP zu verlieren, findet Reimann. Im Gegenteil: die Minarett-Initiative zeige, dass die SVP kritisiert werde «weil wir zu wenig brav sind». Seine Partei verfolge ihre politischen Ziele, ohne zu schauen, was andere Parteien darüber denken. Für die Zukunft hofft Reimann, dass die SVP dereinst so stark werde, dass sie alle ihre Vorstösse im Parlament durchbringen könne.

Zum Interview auf Radio DRS4

Bundesrat bittet Brüssel um Beitritt

Samstag, 24. Oktober 2009
Nein, ich bin kein Anhänger von Bundesrat Leuenberger. Aber immerhin sagt er ehrlicher und direkter als andere Bundesräte, wohin es wirklich gehen soll. Ab nach Brüssel! Seit vergangenem Wochenende wissen wir, dass er möglichst rasch in die EU will. Und die FDP-Nationalrätin Christa Markwalder doppelt gleich nach und fordert in einem Vorstoss mit 101 Mitunterzeichnern (von 200 Nationalräten) die Wideraufnahme von Beitrittsverhandlungen. Das ist erschreckend. Denn es zeigt auf, dass der Bundesrat und die Parlamentsmehrheit lieber heute als morgen in die EU wollen. Bereits vergessen scheint die Volksabstimmung aus dem Jahr 2001: Damals sprachen sich 77% gegen einen EU-Beitritt aus.
Auch ein Blick in den eben erschienenen 240-seitigen „Aussenpolitischen Bericht 2009“ des Bundesrates ist aufschlussreich. (weiterlesen…)

SVP Nationalräte lancieren Sessionsgespräche

Dienstag, 06. Oktober 2009

Die SVP will auf die kommenden Wahlen weiter zulegen. Mit gezielten Sessionsgesprächen aus Bern will man die Standpunkte und Visionen der SVP unter die Leute bringen. Das erste Sessionsgespräch mit den regionalen Nationalräten Theophil Pfister und Lukas Reimann in Wil startete mit über 40 Teilnehmern bereits überaus erfolgreich. Bereits mitte Dezember soll ein nächstes Sessionsgespräch stattfinden. Zum ganzen Bericht über den Anlass auf infowilplus gehts hier.

Sessionsbericht: Anlass am 5. Oktober in Wil

Sonntag, 27. September 2009

Am 5. Oktober 2009 berichten Theophil Pfister und Lukas Reimann über die Ereignisse der Herbstsession und sie stehen Ihnen Red und Antwort. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Datum: 5. Oktober 2009, 20:00 Uhr
Ort: Hof zu Wil, Marktgasse, Altstadt, 9500 Wil

Zur Einladung

NZZ-Interview: «Am Anfang wurden wir belächelt»

Montag, 11. Mai 2009

Weil Junge nicht die gleichen finanziellen Mittel haben wie ihre Mutterparteien, müssen sie nach Ansicht von Lukas Reimann auch zu unkonventionellen Mitteln greifen. Reimanns Einsatz gegen die Weiterführung und Ausdehnung der Personenfreizügigkeit hat ihm innerhalb der Partei genützt.
Zum Interview mit der NZZ ONLINE vom 11. Mai 2009

Wer ist denn da für den EU-Beitritt?

Samstag, 02. Mai 2009

Am letzten Tag der Sondersession lehnte es der Nationalrat mit 109 zu 54 Stimmen ab, das EU-Beitrittsgesuch endlich zurück zu ziehen. Damit zeigt sich einmal mehr, dass die Mehrheit der Schweizer Parlamentarier in die EU will. Immer dann, wenn EU-Beitrittshürden abgebaut werden können und sei die Vorlage noch so schlecht für die Schweiz, nicken viele sofort ab.

Enttäuschend bzw. verlogen war insbesondere das Abstimmungsverhalten von CVP und FDP. Die meisten Politiker dieser Parteien versprechen vor den Wahen, sie seien gegen den EU-Beitritt. Nur handeln sie dann in Bern überhaupt nicht so. Schauen Sie selber, wer wie gestimmt hat:
Zur Namensliste der Abstimmung im Parlament

Bankgeheimnis ist 14,5 Milliarden wert / Steinbrück stoppen

Montag, 16. März 2009

Die Aufhebung des Bankgeheimnisses könnte die Schweizer Banken 14,5 Mrd. Franken kosten. Diese Zahl nannte der Bundesrat bei der schriftlichen Beantwortung einer Frage von Lukas Reimann (SVP/SG). Zudem gab der Bundesrat heute bekannt, dass er wegen den unhaltbaren Steinbrück-Äusserungen den Deutschen Botschafter zu sich zitieren wird. Lukas Reimann forderte dies bereits vor einer Woche in einem parlamentarischen Vorstoss.
Mehr dazu:
Artikel über die Anfrage in “Die Presse”
Anfrage “Bankgeheimnis”
Anfrage “Neue Entgleisungen von Herrn Steinbrück”