Staatlich diktierte Preise? Buchpreisbindung nein danke!

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Nach zähem Ringen um die Wiedereinführung der Buchpreisbindung scheinen sich die Bürokraten und die Lobbyisten durchzusetzen. Das Parlament legt eine Vorlage auf den Tisch, welche nicht nur die Preise für die ordentlichen Buchhändler staatlich festlegen will, was absurd genug ist. Doch damit nicht genug: Auch der Internethandel mit Büchern wird in das Gesetz eingeschlossen. Die Schweizer Bürokraten wollen also allen Buchhändlern der Welt verordnen, zu welchen Preisen sie Bücher in die Schweiz liefern dürfen. Solche Gesetze sind nicht umsetzbar. Solche Gesetze sind lächerlich!

Artikel für Vimentis-Dialog

Blicken wir zurück: Vor vier Jahren schaffte die Schweiz nach rund zehnjähriger Debatte die Buchpreisbindung ab. Von Seite der Regulatoren und Bürokraten wurde behauptet, damit würden Vielfalt verloren gehen und kleine Buchhändler in den Ruin getrieben. Das Gegenteil ist passiert!
Noch nie zuvor gab es ein derart breites Angebot an Büchern und Literatur. Die innovativen Buchhändler behaupten sich mit Erfolg. Dank der Abschaffung der Preisbindung passierte insbesondere eines: Die Preise für Bücher sanken. Die Leserschaft, die Konsumenten und die Autoren profitieren. Das wiederum kurbelte den Büchermarkt an. Die Angebote stiegen, die Anzahl Bestellungen und Leser ebenfalls.
Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, um jetzt die Buchpreisbindung wiedereinzuführen. Der einzige Grund lautet: Abzocke! Einzelne Buchketten (z.B. Weltbild oder Thalia) sollen 100‘000 Franken eingesetzt haben, um im Parlament für die Buchpreisbindung zu werben. Ein Spottpreis für ein neues Gesetz, das in der Kategorie der sinnlosesten Gesetze des Jahres ganz weit oben rangiert. Den Konsumenten werden die gleichen Ketten Millionen mehr abzocken können.
Eine kleine Schweizer Buchhändlerin schrieb mir in einem eindrücklichen Brief: „Wir und unsere kleinen und grossen Kunden sind sehr zufrieden mit der gegenwärtigen Situation. D.h. bei einer Wiedereinführung der Buchpreisbindung werden unsere Kunden die Zurückstufung der zur Zeit gewährten Rabatte nicht akzeptieren und ins Ausland abwandern. Wir werden dadurch direkt Schaden nehmen. (…) Die Förderung der Literatur und Kultur über den Buchhandel gelingt nur, wenn dieser stark, innovativ und lebendig ist. Das starre Preisbindungsgesetz macht die Buchhändler sehr abhängig und träge, weil sie sich in einer trügerischen Sicherheit wähnen.“
Sollte diesen Freitag das anti-freiheitliche Gesetz tatsächlich eine Mehrheit finden, muss es mit dem Referendum bekämpft werden. Liebe Kollegen im Parlament: Zieht die Notbremse in der Schlussabstimmung! Eine Planwirtschaft, in welcher die Preise staatlich verordnet werden, funktionierte noch nie. Schon bald werden die nächsten Branchen kommen. Ich höre sie schon. „Auch die Musik ist ein besonders schützenswertes Produkt, deshalb brauchen wir Einheitspreise.“ Geschützt wird mit staatlichen Regulationen aber weder ein Gut noch der Konsument, sondern einzig und alleine die Abzockerei. Das schadet allen Gütern, allen Autoren und Produzenten, allen Kunden.
Referendum hin oder her: Ich werde mir mit Genuss Schweizer Bücher von Schweizer Autoren aus Schweizer Verlagen über ausländische Internet-Buchhandlungen bestellen und dafür 20 bis 30% weniger bezahlen als mir die Bürokraten vorschreiben. Es soll mir mal jemand erklären, wie dies überwacht werden soll? Sollen mit Tausenden von Beamten alle Pakete am Zoll aufgerissen werden und auf Preise überprüft werden? Surft der Preisüberwacher auf Tausenden von Online-Buchhandlungen der Welt und überwacht alle Preise und die Lieferbedingungen in die Schweiz? Na dann gute Nacht! In dieser Zeit lese ich so manche Bücher, ganz ungestört von staatlichen Preisschnüfflern, Bürokraten und Abzockern. Etwas mehr lesen würde diesen Kreisen wohl auch gut tun. Wie wärs mit dem Klassiker „Das Schwarzbuch des Kommunismus“?

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One Response to “Staatlich diktierte Preise? Buchpreisbindung nein danke!”

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