Miteinander statt gegeneinander: Keine Diskriminierung der Senioren!

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Terz-StiftungAls jüngster Nationalrat ist es mir ein grosses Anliegen für die In­teressen der Jugend einzutreten. Genauso wichtig ist mir aber auch ein Miteinander aller Generatio­nen. Ich habe grössten Respekt vor den Erfahrungen und vor den Leistungen, welche ältere Men­schen für unser Land erbracht haben und noch immer täglich erbringen.

Artikel für die Wiler-Nachrichten vom 27. Januar 2011

Es gibt kaum etwas Eindrücklicheres als mit jeman­dem zu diskutieren, der den Ak­tivdienst noch hautnah miterlebt hat. Und ich würde mir wünschen, dass alle Jungen die Chance erhal­ten, Gespräche über solche Erfah­rungen zu führen. «Graues Haar ist eine herrliche Krone.», steht in der Bibel. Und ein altes Sprich­wort drückt es treffend aus: Die ältesten Bäume haben die süs­sesten Früchte. Auch in Vereinen und ehrenamtlichen Tätigkeiten sind Senioren ein unverzichtba­rer Wert. Gerade die jüngeren Ge­nerationen profitieren davon am stärksten. Dieses Miteinander al­ler Generationen wird leider zu­nehmend in Frage gestellt.

Im Gesundheitswesen spre­chen unerbittliche Politiker da­von, man dürfe älteren Menschen keine vollen Gesundheitsleistun­gen mehr erbringen. Ab 65 ein neues Hüftgelenk sei für die Ge­sellschaft zu teuer. Wissen diese Herren nicht, wie fit und rüstig man auch noch mit 80 sein kann? Neuste Studien belegen: Auch im Alter ist man zu geistigen Spit­zenleistungen fähig.

In den Zügen sind sie nur noch als Zahler geduldet, ansonsten lästig. Trotz steigendem Fahr­preis sollen sie mit Senioren-Billetten erst ab 9 Uhr einstei­gen dürfen. Ein Tagesausflug in die Berge? Unmöglich! Und auf der Strasse sind plötzlich die Se­nioren schuld an allen Unfällen, und darum soll ihnen auch viel schneller der Ausweis entzogen werden können. Ein jährlicher Antritt zur Autoprüfung – welt­weit einmalig – wird in Bern vor­geschlagen. Die Mobilität einge­schränkt. Haben diese Herren schon einmal die Statistiken angeschaut? Ist ihnen nicht auf­gefallen, dass die meisten Unfälle die Fahrer unter 25 bauen?

Eine Jungsozialistin forderte im Fernsehen allen Ernstes, über 65-jährige dürften gar nicht mehr bei Wahlen antreten. Alterslimiten für Kandidierende sind strikt abzulehnen. In der Demokratie haben alle mündigen Bürgerinnen und Bürger das Recht, bei Wahlen anzutreten. Der Wählerwille entscheidet und dieser muss frei sein. Jegliche Quoten, ob nach Alter, Geschlecht, Herkunft oder was auch immer, sind undemokratisch und beeinträchtigen das Wahlrecht aller Stimmbürger. Nur jüngere Parlamentarier seien engagiert und motiviert, behauptete die Jungsozialistin weiter. Auch das ist völlig falsch. Eine gesunde Mischung aller Generationen macht ein gutes Parlament aus und vertritt die Bevölkerung am besten. Die Jungen lernen von der Erfahrung der Älteren, die Älteren profitieren von der Dynamik und Frische der Jungen. Alle gewinnen.

Ja und selbst für die Löcher in den Sozialkassen sollen nun auch noch die Älteren verant­wortlich sein. Deshalb schlagen dreiste Politiker in Bern drasti­sche Kürzungen zum Beispiel bei der AHV vor. Man reibt sich die Augen und fragt erstaunt: Was kommt als Nächstes?

Nein, dafür haben Senioren nicht ein Leben lang gearbeitet. Dafür haben ältere Generationen nicht zu den jetzigen Erfolgen unseres Landes entscheidend beigetra­gen. Wir zehren noch heute von der Arbeitskraft der Vergangen­heit. Wo bleibt die Dankbarkeit für das Geleistete? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Sie, die den So­zialstaat für die Jungen aufge­baut haben, die Schulen, Univer­sitäten und Spitäler mitfinanzie­ren, sie sind heute plötzlich arm und werden ausgepresst z.B. im Alters und Pflegebereich.

Alle, die eine Politik auf dem Buckel der Senioren betreiben, sollten sich bitte einmal fragen: Werde ich nicht auch einmal alt sein? Wir brauchen eine Gesell­schaft, die den Senioren wieder zuhört und ihnen mehr Respekt entgegenbringt. Ich wünsche mir eine Politik, die für ein Miteinan­der aller Generationen von jung bis alt eintritt. Eine Politik, die nicht die Altersgruppen gegenei­nander ausspielt. Als Eidgenos­senschaft sind wir gemeinsam stark, wenn wir vom Baby bis zum Greisen, zusammenhalten. Schluss mit der Diskriminierung der Senioren! Dafür lohnt es sich zu kämpfen, denn alles an­dere schafft nur Verlierer.

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5 Responses to “Miteinander statt gegeneinander: Keine Diskriminierung der Senioren!”

  1. willi aerne sagt:

    Guter Artikel. Bin ebenfalls der Meinung, dass die Altersdiskriminierng verhindert werden muss. Insbesondere auch die, die in Berner Amtsstuben ausgebrütet wird. Vielleicht wäre es zweckmässig, im Bundesamt für Verkehr und im BAG gut sichtbar dieses afrikanische Sprichwort aufzuhängen: Was ein alter Mann im sitzen sieht, sieht ein Junger im stehen nicht!

  2. Lisa Leisi sagt:

    Hallo Lukas

    Dein Artikel zu den Senioren ist echt spitze! Ich bin ganz deiner Meinung! Danke!

    Herzliche Grüsse
    Lisa

  3. Paul Fehlmann, Moosholzzelg 8, 9322 Egnach sagt:

    Vielen Dank, Lukas Reimann, dass Sie Ihr Denken über die ältere Generation zum Thema machen. Ihre Haltung ist Balsam für die Senioren-Generation!
    Meine Eltern wurden beinahe neunzig Jahre alt. Bis ins hohe Alter waren wir (acht Geschwister) stolz auf sie, wir achteten, respektierten und liebten sie und sorgten für ihr Wohl. Als sie starben trauerten wir um sie. Wir empfanden ihren Tod als Verlust. Mit ihrem Ableben „erlosch“ auch unser Elternhaus!
    Wie hartherzig, lieblos und egoistisch müssen Menschen sein, die die „sogenannten Alten“ diskriminieren, sozial zurückstutzen und zweitrangig behandeln wollen.
    Es würde mich interessieren, wie diese jungen Leute über ihre eigenen Eltern denken. Was ist da wohl so schief gelaufen?

  4. Walter Kerschbaumer sagt:

    Drei Buchtiteln begleiten mich mein ganzes Leben !

    Alle Herlichkeiten auf Erden (Von der Wiege bis zum Chef)
    Die Faust im Nacken (vom Chef bis Rentenalter ,ab 65
    Hunde wollt Ihr ewig Leben (Unerbittlichen Politiker aus Bundesbern)

  5. Benno Baumgartner sagt:

    Sehr geehrter Herr Reimann,
    Ich bin sehr stolz auf Ihren Einsatz in der SVP und all Ihren Vorschlägen. Ich hoffe sehr, dass die SVP bei den Wahlen noch ein wenig zulegen kann. Gerade die Jugend hat in Ihnen ein gutes Vorbild wie man eine Partei organisiert und mit dem Volk kommuniziert. Zudem bin ich gleicher Meinung wie Sie, wenn man von älteren und jüngeren Personen spricht. Es ist sehr interessant mit jugendlichen zu sprechen, den nur über die Kommunikation können Falschbilder zwischen Generationen ausgemerzt werden. Ich wünsche Ihnen und der SVP recht viel Kraft und Erfolg, geht es doch bei der derzeitigen Politik vorwiegend ALLE GEGEN DIE SVP.

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