Neues Buch über erfolgreiche Wahl-Kampagnen in der Schweiz

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Mark Balsiger zu Wahlen Nationalratswahlen Ständeratswahlen etc.Politberater Mark Balsiger hat ein Buch über Wahlkämpfe veröffentlicht. Es kann als Anleitung für erfolgreiche Kampagnen gelesen werden. Ein ganzes Kapitel mit dem Titel „Der Jüngste mit dem Know-how eines alten Profis“ ist Lukas Reimann gewidmet. Nach Ansicht des Politikexperten Mark Balsiger ist der junge Nationalrat Lukas Reimann (SVP, SG) ein Profi-Campaigner. «Reimann hat den permanenten Wahlkampf verinnerlicht: Unterschriftensammlungen, Medienarbeit, Social-Media-Kanäle füttern, Aktionen usw. sind ständig im Gang.». Was allerdings im Buch etwas vergessen geht: Das Wichtigste an einer erfolgreichen Kampagne ist und bleibt der Inhalt und die Glaubwürdigkeit ! Auch mit noch so schönen Plakaten und noch so vielen Inseraten, lassen sich keine inhaltsleere und negative Sachen verkaufen. Die Bevölkerung ist nicht dumm und durchschaut Kampagnen, bei denen auf die Worte keine Taten folgen oder die gegen die Interessen der Bevölkerung gerichtet sind.

Newsnetz berichtet wie folgt:

Die Eidgenössischen Wahlen 2007 katapultierten einen St. Galler Jungpolitiker der SVP ins Bundeshaus in Bern. Die Wahl von Lukas Reimann, dem damals 25-jährigen Jus-Studenten, war zwar eine Überraschung, aber auch das Resultat einer starken Kampagne. «Der Jüngste mit dem Know-how eines alten Profis»: So wird Reimann im neuen Wahlkampf-Buch des Berner Politikberaters Mark Balsiger beschrieben. Balsiger hat in seinem Handbuch für Kandidierende fünf erfolgreiche Kampagnen von nationalen und kantonalen Politikern untersucht. Ein Kapitel ist Reimann gewidmet, der trotz eines relativ schlechten Listenplatzes in den Nationalrat gewählt wurde.

Bei den Nationalratswahlen im Oktober 2007 überholte Reimann sechs arrivierte SVP-Kollegen und holte den zusätzlichen, fünften Sitz für die St. Galler SVP. Politikexperte Balsiger nennt insbesondere drei Gründe für die Wahl von Reimann: Die breite und lang andauernde Unterstützung durch die Junge SVP, die gewaltige Medienpräsenz sowie das Reizthema Islam.

JSVP als Hausmacht und Islamisierung als zentrales Thema

Parteiintern hatte sich Reimann längst einen guten Namen gemacht – als Kantonsrat, Vorstandsmitglied der Kantonalpartei und Präsident der Jungen SVP. Gegenüber seinen Kontrahenten auf der Nationalratsliste hatte Reimann einen grossen Bonus: Er konnte mit der Jungen SVP auf eine engagierte und loyale Hausmacht zählen. Zudem war Reimann bereits als Parlamentarier mit Referenden kantonsweit aufgefallen, so hatte die JSVP zum Beispiel erfolgreich ein kantonales Bürgerrechtsgesetz zu Fall gebracht. Im Übrigen hatte er mit einem Leserbrief gegen ein geplantes Minarett in Wil («Minarett – ein Symbol der Eroberung») für Aufsehen gesorgt.

Die angebliche Islamisierung der Schweiz war denn auch ein zentrales Thema im Wahlkampf von Reimann. Er zählte von Anfang an schweizweit zu den Wortführern beim Thema Islam. Zudem gehörte er dem Komitee der Minarett-Initiative an.

Grosse persönliche Präsenz und Einsatz neuer Medien

Reimann realisierte früh, dass Präsenz ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Als frischer und atypischer SVP-Vertreter war er oft präsent in den Medien. Im Wahljahr 2007 stand Reimanns Name durchschnittlich dreieinhalb Mal pro Woche in den Schweizer Zeitungen. Und die Präsenz auf der Strasse erreichte Reimann, indem er nimmermüde im ganzen Kanton St. Gallen unterwegs war. Dabei organisierte er zahlreiche Podiumsanlässe, an denen er auch selbst teilnahm. Für seinen Wahlkampf hatte der Nationalratskandidat sein Jus-Studium für zwei Semester ausgesetzt. Ein Jahr vor den Wahlen stellte er einen initiativen Wahlkampfstab und ein Unterstützungskomitee mit mehr als 200 Mitgliedern auf die Beine. Bei jeder Veranstaltung war Reimanns Team darauf bedacht, mit eingesandten Texten und Fotos Medienresonanz zu erzeugen.

Der junge SVP-Politiker setzte nicht nur auf konventionelle Werbemittel (Plakate, Inserate, Flyer, Briefe), sondern auch auf neue Medien. Reimann betreibt seit einigen Jahren eine eigene Webseite, die der Kommunikationsberater Balsiger als professionell bezeichnet. Reimann verschickte regelmässig Mailings und lancierte auf Youtube einen eigenen Videokanal. Inzwischen kommuniziert er auch über Facebook und Twitter. Das Budget beziffert Reimann mit 30’000 Franken. Er erhielt von seinen Eltern ein Darlehen von 5000 Franken, mit Spenden kamen rund 25’000 Franken zusammen. Die Inserate bezahlten Sponsoren. Wie viel Geld die SVP beisteuerte, ist nicht bekannt.

«Profi-Campaigner im permanenten Wahlkampf»

Politikberater Balsiger zieht folgendes Fazit: «Reimann ist ein Profi-Campaigner. Er hat den permanenten Wahlkampf verinnerlicht: Unterschriftensammlungen, Medienarbeit, Social-Media-Kanäle füttern, Aktionen usw. sind ständig im Gang.» Allerdings, so Balsiger, brauchte Reimann auch das Glück des Tüchtigen für seine Wahl in den Nationalrat. Der Wahlerfolg war nur möglich, weil Reimann das richtige Parteibuch hatte. Als Kandidat der FDP oder CVP hätte er keine reellen Wahlchancen gehabt. Als SVPler kann Reimann gelassen den Eidgenössischen Wahlen im nächsten Herbst entgegenblicken.

Gemäss Balsigers Analyse erfüllt Reimann sehr viele Bedingungen, die für einen Wahlerfolg entscheidend sind. Insgesamt gibt es 26 Erfolgsfaktoren (siehe Bildstrecke). Wichtig sind zum Beispiel Image der eigenen Partei, Bekanntheitsgrad, Unterstützung durch Organisationen, Zeit, Leidenschaft, Medientauglichkeit und Online-Profil. Der Politikexperte Balsiger macht in seinem Buch klar, dass es für einen Wahlerfolg mehr braucht als nur einen vorderen Listenplatz und eine gut gefüllte Kriegskasse.

Das Buch kann hier bestellt werden.

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