Buchvorschlag: So nicht, Europa! Die drei grossen Fehler der EU.

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Die drei grossen Fehler der EU!Statt zu lernen, zu arbeiten oder die letzte Sessionswoche fertig vorzubereiten, habe ich heute wieder einmal zu lange gelesen. Immerhin eignen sich Bücher ja gut als Weihnachtsgeschenk und das Buch „So nicht, Europa! Die drei grossen Fehler der EU“ von Jochen Bittner kann ich nur empfehlen. Von der neusten Literatur über die EU ist dieses Werk zusammen mit dem Buch „Die Europafalle“ von Hans-Peter Martin  wohl das lesenswerteste. Jetzt habe ich gerade angefangen „Schulden ohne Sühne?“ und „Weltkrieg der Währungen“ zu lesen. Leider lassen einen beide Bücher wieder nicht los. Dazu später mehr. Hier eine kurze Zusammenfassung von „So nicht, Europa!“:

Auf EU-Ebene wurde die Überschuldungspolitik aller EU-Mitgliedländer durchgesetzt. Die Steuerzahler werden während Jahren, möglicherweise Jahrzehnten unter der Last dieser offenen Auges beschlossenen Überschuldung zwecks Rettung des Euro zu ächzen haben. Aber jegliche Mitsprache zu dieser verhängnisvollen Entwicklung wird den Bürgern und Steuerzahlern untersagt.

Das Demokratie-Defizit nimmt offensichtlich dramatisches Ausmass an im Brüsseler Konstrukt namens EU. Vor diesem Hintergrund hat ein Publizist, der die Entwicklung der EU während Jahren als Korrespondent verschiedener grosser Zeitungen in Brüssel verfolgt hat, eine Bestandesaufnahme vorgenommen. In einem äusserst lesenswerten Buch schält er die drei grossen Fehler heraus, an denen die EU heute leidet: Unbeliebt macht sich der Brüsseler-Apparat, weil er Kleinigkeiten, ja Nichtigkeiten mit einer Sturheit ohnegleichen gesamteuropäisch um jeden Preis zu «harmonisieren», also gleichzuschalten versucht. Ein undurchdringlicher Bürokratie-Dschungel ist die Folge. Ausser den Funktionären, die von diesem nutzlosen Bürokratieaufwand leben, zieht niemand Vorteil aus dieser Überreglementierung. Sie charakterisiert den ersten grossen EU-Fehler.

Zweiter, in seinen Auswirkungen noch dramatischerer Fehler ist, dass die EU das, was sie konsequent regeln müsste, offensichtlich nicht zu regeln wagt: Die Einhaltung der Stabilitätskriterien für den Euro wurde regelrecht verschlampt. Larifari-Politik in den Schuldenmacher-Ländern stürzte die EU in eine Krise, die nichts weniger als ihr Überleben bedroht. Die Kapitel, welche das Versagen der EU in den wichtigsten wirtschaftspolitischen Fragen analysiert, sind die interessantesten in diesem neuen Buch.

Dritter Fehler ist eine unkontrollierte Reformitis, die im politischen Schnellgang Europa in eine Entwicklung weisen soll, welche die Bürger der EU-Länder offensichtlich nicht einzuschlagen bereit sind. Die EU erhebt Weltmacht-Ansprüche, die den Europäern offensichtlich zutiefst zuwider sind. Angesichts auch in der Schweiz wieder aufgeflammter Beitritts-Diskussion liefert dieses neue Buch äusserst wertvollen Anschauungsunterricht über Brüsseler Realitäten und über die Gelüste von Brüsseler Funktionären, an der Demokratie vorbei eine grundlegende, am Zentralismus orientierte Neustrukturierung Europas herbeizuführen. Ein äusserst lesenswertes Buch.

Empfehlung: Sofort kaufen. Zusammen mit „Die Europafalle“ das ideale Weihnachtsgeschenk. Ex Libris, einer der wenigen Schweizer Buchhändler, welcher auch gegen die gerade im Parlament anstehende, unsinnige Buchpreisbindung eintritt, bietet am 11. und 12. Dezember 30% auf alle Bücher an. Wenn die Buchpreisbindung in der Schlussabstimmung vom 17. Dezember durchkommt und das ist leider nicht unwahrscheinlich, wird niemand mehr 30% Rabatt auf Bücher anbieten können…

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