Alternative zum Strudel der Währungszerstörung

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Man traute seinen Ohren kaum: Kein Geringerer als der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, verlangte im November die Rückkehr zum Goldstandard.

Dies würde bedeuten, dass die in Noten zirkulierende Geldmenge jeder Währung künftig wieder mit Gold unterlegt sein müsste. Dabei könnte jeder, der Bargeld in Form von Banknoten besitzt, diese Banknoten jederzeit zum bindend festgelegten Kurs gegen pures Gold eintauschen. Diese Forderung des Weltbank- Präsidenten verlangt die Rückkehr zum System von Bretton Woods, das nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen worden ist und das der Welt ausgeprägte Stabilität bei stetigem Wirtschaftswachstum beschert hat. Der Vietnam-Krieg zwang die USA anfangs der Siebzigerjahre dazu, das System der festen Wechselkurse auf-, Bretton Woods also preiszugeben: Um die Kriegskosten bewältigen zu können, musste der Dollar freier Abwertung preisgegeben werden – bis heute. Mit dem Ende von Bretton Woods setzte – zunächst langsam, dann immer rascher – die Milliardenverschuldung der Industriestaaten ein.Schroffes Nein

Das schroffe Nein der Staats- und Verschuldungslenker folgte dem Goldstandard-Vorschlag des Weltbank-Präsidenten auf dem Fuss. Fixierte Golddeckung würde die Milliardenverschuldung stoppen und die Staaten zwingen, den effektiven Wert ihrer durch masslose Überschuldung massiv entwerteten, teilweise faktisch zerstörten Währungen offenzulegen. Das wollen die Regierungen nicht. Denn Gold diszipliniert die Regierungen.

Goldbindung heisst: Nur wirtschaftlich erfolgreiche, alljährlich Zahlungsbilanz-Überschüsse erzielende Staaten könnten Gold zukaufen, womit auch die Geldmenge erhöht werden könnte. Staaten, die schlecht wirtschaften, würden das Gegenteil erleben.Gegensteuer geben

In krassem Gegensatz von durch Goldbindung erzwungener Währungsdisziplin erleben wir heute die masslose Auswucherung der Verschuldung.

Jene Industriestaaten – allen voran die USA –, deren Produkte international nicht wettbewerbsfähig sind, haben einen mörderischen Wettlauf um Abwertung, um Entwertung ihrer eigenen Währungen entfesselt. Damit wollen sie wenigstens teilweise Exportfähigkeit erzwingen. Mit ausschliesslich aus Schulden finanzierten «Konjunktur-Anschubprogrammen» versuchen sie ausserdem krampfhaft, ihre Wirtschaft wieder anzukurbeln – allerdings mit eher dünnem Erfolg: Resultat des Mangels an weltweit wettbewerbstauglichen Produkten.

Beides – bewusste Geldentwertung und masslose Verschuldung – bedeutet: Der Bürger, der Steuerzahler bezahlt die gesamte Zeche – und diese Zeche ist in verschiedenen Ländern schon heute schlicht unbezahlbar.

Die Wiedereinführung des Goldstandards für weltweit genutzte Währungen würde beides – bewusste Geldentwertung ebenso wie Milliardenverschuldung – massiv erschweren, sogar weitgehend verhindern.

Unsere Position: Goldstandards sind angesichts der Verschuldungslage von heute nicht über Nacht einzuführen. Aber eine Schritt-für-Schritt-Strategie wäre für die Schweiz richtig: Weg von der Verschuldungspolitik! Schluss mit der Stützung maroder Währungen durch die Nationalbank! Solidere Abstützung des Schweizer Frankens durch schrittweise Erhöhung der Nationalbank-Goldreserven

Weitere Informationen: Bürgeraktion Gesunde Währung

 

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2 Responses to “Alternative zum Strudel der Währungszerstörung”

  1. Markus M. Müller sagt:

    hervorragend! Weiter kämpfen!

  2. Wolf sagt:

    Der Euro – eine politische Fehlkonstruktion

    „Und auf die Frage, wo das enden wird, gibt es keine Antwort.“ So schliesst die Kolumne auf Seite 1 von Redaktor Ueli Kneubühler. Gibt es wirklich keine Antwort? Ich meine, es wird für alle in einer Katastrophe enden, wenn die EU-Politiker nicht rasch den Euro als Einheitswährung umbauen. Längst haben namhafte Wirtschafts- und Finanzfachleute einsichtig dargelegt, dass eine Einheitswährung nicht funktionieren kann, wenn sie bloss aus politischen Überlegungen auf so viele Länder übergestülpt wird, die in ihrer Wirtschaftsstruktur, ihrem Wohlstandsniveau und ihrem Volkscharakter so verschieden sind. Der Euro kann nur wieder gesund werden, wenn er auf wenige finanziell einigermassen starke und sehr wirtschaftspotente EU-Länder beschränkt wird. Die übrigen Länder müssen aus dem Euro entlassen werden, um nach und nach mit ihrer eigenen abgewerteten Währung wieder zu gesunden. Bestimmt für alle Beteiligten ein schmerzhafter Prozess, der aber das totale Chaos verhindern dürfte.

    Linke Politiker dagegen möchten ihr Heil in einem zentralistischen Regelwerk suchen, das die Wirtschafts- und Finanzstrukturen über den gesamten Euroraum hinweg in ein einheitliches Korsett zwängt. Wir wissen jedoch aus der jüngsten Geschichte der Ostländer, wo solche Gleichmacherei endet. Sie verhindert jeden Wettbewerb, und gesunder Wettbewerb ist die Mutter allen Fortschritts.

    Eines sollten sich allerdings alle Politiker so oder so hinter die Ohren schreiben. Wie die private Familie müssen auch die Politiker im Staatswesen dafür sorgen, dass nicht mehr ausgegeben wird, als man vernünftigerweise einnimmt und als Kredit überschaubar verkraften kann.

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