Wir von der AUNS sind die EU-Realisten!

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Wäre eine grundlegende Reform, bei welcher man zugibt, dass die makroökonomischen Ungleichgewichte innerhalb Europas mit dem marktwidrigen Fehlkonstrukt Euro nicht ausgeschaltet werden können und der Euro nicht funktionieren kann, nicht besser für Sicherheit und Stabilität in Europa und der Schweiz? Die Staaten der Euro-Zone sind zu unterschiedlich für eine gemeinsame Währung. Die verbissene Euro-Ideologie kostet Europa den Kopf, wenn die EU-Politiker nicht eingestehen, dass sie falsch kalkulierten. Dafür dürfen wir nicht mitbezahlen.“ Diese Worte schrieb ich zur Euro-Einführung Ende der 90er-Jahre und sie sind heute bittere Realität. Was sagten unsere Gegner damals? Verschwörungstheoretiker!

Bei der Abstimmung über die Bilateralen 1 im Jahr 2000 schrieb ich für die Junge AUNS: „Beim Abkommen zum freien Personenverkehr geht es darum, ob die Einwanderung weiterhin kontrollier- und steuerbar ist oder ob sämtliche Rechte in Sachen Einwanderung an die EU abgegeben werden. Der freie Personenverkehr ermöglicht die fast unbegrenzte Einreise- und Arbeitsmöglichkeit von Personen aus den EU-Ländern und Zugriff auf die Sozialwerke: Mit 40‘000 Einwanderern pro Jahr muss die Schweiz über Jahrzehnte rechnen. Wollen wir das?“. Der Bundesrat bezeichnete mich damals als Lügner, denn es würden höchstens 15‘000 Personen pro Jahr kommen. Heute wissen wir, dass wir vom Nein-Komitee viel realitätsnaher waren als die Befürworter und als alle Experten. Alleine 2015 kamen erneut über 100‘000 Personen zusätzlich in die Schweiz.

Belegbar ist heute mit unwiderlegbaren Fakten: Die Euro-Turbos sind die Verschwörungstheoretiker und Lügner. Wir hingegen sind die Euro-Realisten. Jetzt wo die EU mit der Euro-Überschuldung, der Flüchtlingskrise und dem drohenden EU-Austritt von England handlungsunfähig vor dem Aus steht, fragt man sich, welche Werte diese Union vertreten hat?

Gewiss, die ursprünglichen Ziele der EU-Gründerväter, „Nie wieder Krieg in Europa“, werden wohl von allen Menschen in Europa unterstützt. Aber die EU hat sich schon lange von diesen Maximen verabschiedet. Heute geht es um ganz andere Sachen in der EU. Einheitsbrei statt Eingehen auf Unterschiede heisst die Devise. Streit um Pfründen und Millionen stehen im Vordergrund. In der Union ist nichts zu spüren vom gemeinsamen „wir“ der Europäer. Auf die einzelnen Mitgliedsstaaten wird keine Rücksicht genommen. Spezifische Schweizer Besonderheiten, Erfolgsfaktoren und Werte wie Souveränität, Neutralität, einmalige Volksrechte der Direkten Demokratie, Föderalismus oder Unabhängigkeit würden durch einen EU-Beitritt massiv beeinträchtigt.

Die aktuelle EU-Krise, die hohe Arbeitslosigkeit, die wesensfremde politische Struktur, der Zentralismus, die Harmonisierung wichtiger wirtschaftlicher und monetärer Instrumente, der Verlust an Souveränität und direktdemokratischer Einflussnahme verunmöglichen einen Beitritt der Schweiz.

Hat die EU denn dafür wenigstens das über Jahrhunderte gewachsene geistige und kulturelle Fundament des alten Kontinents weitergetragen? Die Verhandlungen mit der islamischen Türkei und das respektlose Verhalten der Polit-Eliten gegenüber der europäischen Bürgerschaft zeugen nicht davon. Die EU steht nicht für Europa, sondern für einen abgeschirmten Kreis abgehobener, realitätsfremder Politiker.

Mit ihren humanitären Diensten, dem klaren Bekenntnis zur Demokratie, einer strikten Neutralitätspolitik und einer über Europa hinaus weltoffenen Politik der Freiheit trägt die Schweiz das geistige Erbe der EU-Gründerväter Konrad Adenauer, Robert Schuman und Alcide de Gasperi wesentlich besser weiter als die gelähmte EU. Darauf dürfen wir stolz sein!

Mit Ihrer AUNS-Mitgliedschaft und jeder Aufrundung des Jahresbeitrages stärken Sie die Schweizer Euro-Realisten im Einsatz gegen ewiggestrige EU-Ideologen und unverbesserliche Euro-Lügner. Ganz herzlichen Dank dafür!

Lukas Reimann

Beitrag von Lukas Reimann für die neuste Ausgabe der Mitgliederzeitung der AUNS.

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