Was will die Goldinitiative?

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Der Ständerat soll die Goldinitiative noch diesen März behandeln. Der Nationalrat ist in der Sondersession in wenigen Wochen an der Reihe.
Der Bundesrat, dem an einem solideren Fundament für eine unabhängige Schweizer Währung wenig zu liegen scheint, will die gegenwärtige Ruhe an der Währungsfront offenbar ausnützen und die Goldinitiative wohl noch 2014 zur Abstimmung bringen. Dies obwohl die Ursachen der Währungsunruhen – die rettungslose Überschuldung der USA und des Euro-Raums – keineswegs behoben sind.

Drei Forderungen
Die Goldinitiative «Rettet unser Schweizer Gold» will drei Forderungen in der Bundesverfassung verankern:

1. Das Verbot weiterer Goldverkäufe durch die Nationalbank;
2. Die Rückholung aller noch im Ausland lagernden Nationalbank-Goldreserven;
3. Das Erfordernis, dass mindestens zwanzig Prozent der Nationalbank-Aktiven in Gold gehalten werden müssen.

Vorgeschichte
Bis vor fünfzehn Jahren besass die Nationalbank 2‘600 Tonnen Goldreserven. Diese Goldreserven wurden bis 1996 als das «unverkäufliche Tafelsilber der Schweiz» bezeichnet, dessen Verkauf unter keinen Umständen je in Frage komme.

Unter massivem US-Druck änderte die Nationalbank ihre Haltung zum Gold abrupt: Ab 2000 hat sie die Hälfte ihrer Goldreserven (über Nacht wurde diese Hälfte plötzlich als «überschüssig» bezeichnet) zu denkbar schlechtem Preis (im Durchschnitt zu Fr. 16‘000 pro Kilogramm) regelrecht verhökert.

Weil sie danach auf dem im Preis steigenden, der Nationalbank verbliebenen Gold Buchgewinne erzielte, musste sie, weil sie diese Gewinne an Kantone und Bund in klingender Münze auszuschütten hatte, weitere 250 Tonnen Gold verkaufen.

Weder Parlament noch Volk hatten zu diesen kopflosen Goldverkäufen etwas zu sagen, obwohl die Goldreserven Volksvermögen sind – und nicht Manipuliermasse für Banker und Politiker.

Ähnliche Kopflosigkeit darf nie mehr geschehen: Das Gold-Verkaufsverbot, wie es die Goldinitiative fordert, hat der Schweiz zumindest den jetzigen Bestand an Goldreserven zu sichern.

Weshalb Goldreserven?
Gold ist das einzige Zahlungsmittel, das seit tausenden Jahren seinen Wert nie verloren hat. Keine einzige Währung in der Weltgeschichte hat auch nur eine annähernd gleiche Lebensdauer erreicht. Gold ist das in seinem Wert sichere Fundament für eine solide, starke Währung.

Das Gold-Fundament ist nicht Reserve für den Kauf knapp gewordener Güter in Krisenzeiten. Das Gold-Fundament muss vielmehr dem Schweizer Franken jene Stärke und Solidität sichern, dass er selbst in Zeiten schwerster Krise weltweit gefestigtes Vertrauen geniesst – womit seine Kaufkraft auch in kritischsten Zeiten erhalten bleibt.

Gold als starkes Fundament für einen weltweit geachteten Franken: Damit haben die Goldreserven im elementaren Interesse der ganzen Bevölkerung dem Kleinstaat Schweiz ein unveräusserliches, werthaltiges Fundament für die Alltagswährung zu sichern.

Auslandlagerung von Goldreserven
Bis zur Lancierung der Goldinitiative war es streng gehütetes Geheimnis, wieviel Schweizer Nationalbankgold im Ausland gelagert wird und wo dessen Lagerorte sind. Seit der Nationalbank-GV 2013 ist bekannt: Rund dreissig Prozent der Schweizer Goldreserven lagern im Ausland: Zwei Drittel davon in England, ein Drittel in Kanada.

Die Ausland-Lagerung ist ein mit Sicherheitsargumenten begründetes Relikt aus dem Kalten Krieg. Diese Argumente haben ihre Bedeutung verloren. Im Notfall verfügt ein Land nur über jenes Gold, das tatsächlich seiner Kontrolle untersteht. Sichere Lagerung in der Schweiz ist gewährleistet. Ein hinreichender Grund für die Ausland-Lagerung von Goldreserven besteht nicht mehr – schon gar nicht in massiv überschuldeten Ländern.

Deutschland, das seine grösstenteils in den USA lagernden Goldreserven längst zurückholen möchte, kann ein wahrhaft vielstrophiges Lied über die dabei zu meisternden – bis heute alles andere als überwundenen – Hindernisse singen. Deutsche Offizielle durften «ihre» Goldreserven in den Kellern Manhattans nicht einmal besichtigen.

Die Goldinitiative gewährt zur Heimholung der noch im Ausland lagernden Teile der Schweizer Goldreserven eine Übergangsfrist von zwei Jahren.

Mindestens ein Fünftel der Nationalbank-Aktiven in Gold
Bis vor fünfzehn Jahren waren immer 40 Prozent des Notenumlaufs in der Schweiz durch Nationalbank-Gold gedeckt – weit mehr als die Goldinitiative heute verlangt. Mit den überstürzten Verkäufen wurden um die Jahrtausendwende etwa fünfzig Milliarden (!) Volksvermögen kopflos vernichtet.

Die massiven Euro-Stützungskäufe liessen den Goldanteil an den Nationalbank-Aktiven auf derzeit rund sieben Prozent sinken. Eigentliche Gefahr droht der SNB-Bilanz allerdings nie von den Goldreserven – obwohl die Schwankungen des Goldpreises sich auch in der Nationalbank-Bilanz niederschlagen.

Akute Gefahr droht der SNB indessen von den weit über dreihundert Milliarden Fremdwährungen in ihrer Bilanz. Niemand weiss, ob es den Euro in zehn Jahren überhaupt noch gibt. Vorausschauende Währungspolitik bestünde darin, heute sichtbare Bedrohungen abzubauen – durch schrittweise Verkleinerung der Fremdwährungsbestände und massvolle Erhöhung der Goldbestände in den SNB-Aktiven.

Zur Erreichung des in der Initiative verlangten Goldanteils wären Goldkäufe freilich nicht einmal notwendig: Überlegter, schrittweiser Abbau der Fremdwährungsbestände würde den prozentualen Goldanteil von selbst erhöhen.

Jetzt, da der Goldpreis zurückgegangen ist, würden massvolle Zukäufe von Gold ein gesundes Verhältnis zwischen Gold- und anderen Reserven lediglich rascher erreichen lassen.

Die Goldinitiative gewährt für die Erreichung des Zieles von zwanzig Prozent Goldanteil an den SNB-Aktiven eine Übergangszeit von fünf Jahren.

Die Goldinitiative raubt der Nationalbank keineswegs ihre Interventionsfähigkeit. Diese soll aber auf ein gegenüber heute weit solideres, auf ein stärker auf Gold statt auf unsichere Fremdwährungen bauendes Fundament abgestützt werden.

Goldstück

Der Newsletter «Goldstück» wird herausgegeben vom Komitee «Ja zur Goldinitiative – Rettet unser Schweizer Gold», Postfach 23, 8416 Flaach
www.goldinitiative.ch – info@gesunde-waehrung.ch

Autor der heutigen Ausgabe:
Lukas Reimann

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