Schweizer Nationalbank SNB: Bilanz einer Spekulantin

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Die von der Schweizerischen Nationalbank in ihrem Geschäftsbericht für 2010 vorgelegte Bilanz illustriert bedenkliche Spekulationspolitik.

Die Nationalbank hat kopflos  Euro-Stützungskäufe von über 100 Milliarden getätigt – mit gigantischem Verlust: Um die 30 Milliarden Franken!

Fadenscheinige Begründung
Im Jahresbericht 2010 liefert die Nationalbank eine «Begründung» für die kopflose Hundert-milliarden-Investition in den Schwindsucht-Euro. Sie schreibt (Seite 10):

«Die Nationalbank führt die Geldpolitik im Gesamtinteresse des Landes. Sie soll Preisstabilität gewährleisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung tragen. … Angesichts des massiven weltweiten Konjunktureinbruchs hatte sich in der Schweiz Anfang 2009 das Risiko einer ernst zu nehmenden deflationären Entwicklung ergeben. Um zu verhindern, das sich dieses Risiko durch eine Aufwertung des Frankens manifestierte, wirkte die Nationalbank seit März 2009 jeglicher Aufwertung des  Frankens gegenüber dem Euro entgegen. …  Nach Einschätzung der Nationalbank hatte sich die Deflationsgefahr Ende 2009 mit fortschreitender konjunktureller Erholung verringert

So die nachträglich konstruierte Nationalbank-Begründung  für ihre verlustträchtigen Spekulations-Käufe. Das Absacken des Euro konnte damit nicht im geringsten aufgehalten werden. Weil die Verluste untragbar wurden  –  nicht wegen Überwindung behaupteter Deflationsgefahr  – mussten die unsinnigen Euro-Aufkäufe eingestellt werden.

Das Ergebnis: Die Bilanz der Nationalbank erfuhr 2010 bezüglich Devisenbestand eine Aufblähung um volle 109 Milliarden Franken. Faktisch sind diese Devisen (nebst Euro auch noch Dollar) nahezu unverkäuflich – sollen nicht erneut gigantische Verluste eingefahren werden.

Die «Deflationsangst»,  welche  zur  Begründung der   verantwortungslosen    Euro-Spekulation  beschworen wird, kann weiterhin  nirgends mit Fakten bekräftigt werden.

Volksvermögen verspielt
Festzuhalten ist: Währungsreserven sind nicht Manipulier-Masse für europhile Brüssel-Fans. Währungsreserven  sind  Eigentum des Volkes: Zeugnis seiner Leistungsbereitschaft, seines Fleisses, seiner Erfindungsgabe, seines Wirtschaftserfolgs. Niemand im Lande Schweiz be-sitzt eine Legitimation, diese Währungsreserven zugunsten eines der Schwindsucht verfallenen Euro zu verspielen.

Gefährdete Goldreserven
Alarmierend ist auch die Entwicklung der Goldreserven. Wegen des steigenden Goldkurses weist die Nationalbank-Bilanz zwar markante Buchgewinne  auf ihren Goldreserven aus: 8,6 Milliarden Franken allein 2010. An Umfang nahmen und nehmen die Goldreserven allerdings ab. Anlässlich der sog. Holocaust-Krise wurden zur Jahrtausendwende zu schlechtest-denkbarem Kurs  1‘300 Tonnen Gold verludert.  Mit den Buchgewinnen auf  dem ihr verbliebenen Gold hatte die Nationalbank seither Gewinnausschüttungen an Kantone und Bund  vorzunehmen. Zur Verflüssigung ihrer Buchgewinne waren aber weitere Goldreserven, seit 2000 insgesamt 260 Tonnen, zusätzlich zu verkaufen.

Die Vermögenswerte mit echter Substanz, also das Gold, muss die Nationalbank  abbauen;  die Übernahme von Schrott-Euros  aber hat die Nationalbank-Bilanz 2010 um nicht weniger als 112,8 Milliarden aufgebläht…

Würden  Geschäftsbanken  derart verantwortungslos fuhrwerken, so würde ihnen die Banklizenz mit Sicherheit entzogen.

Bürgeraktion Gesunde Währung
Ulrich Schlüer (Autor)
Luzi Stamm
Lukas Reimann

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